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In eigener Sache - aktiv im Hauptausschuss der Europa-Union Hamburg e.V

Hier schreibt die Geschäftsführung der AYOKA GmbH & Co. KG. Über eine private und freiwillige, unentgeltliche Tätigkeit.  

Noch mehr und weiter so

So lautete mein Einstieg in die Initiativ-Bewerbung für die Europa-Union Hamburg.

Wer von dieser überparteilichen und bundesweit aktiven Organisation noch nichts gehört haben sollte, wird wahrscheinlich 30-50 Jahre alt sein. Dies ist nämlich die Altersgruppe, die man nur schwer aktivieren kann für ein Interesse an den Tätigkeiten der Europa-Union. Grob gesagt könnte man auch annehmen, die Altersgruppe ist zu sehr mit dem Hamsterrad tägliches Leben beschäftigt. Familie, Arbeit und die wenige wirklich freie Freizeit will sinnvoll genutzt werden.

Wie auch immer, es gibt eine Organisation, die sich dafür einsetzt die Europäische Idee zu leben und Menschen für Europa zu begeistern. Wer sich über die Europa-Union informieren möchte, darf gerne mal einen Blick in den Internetauftritt wagen: www.europa-union-hamburg.de.

Nach fast 13 Jahren Hamburg hatte ich das dringende Bedürfnis, mich mehr an der Entwicklung der Zivilgesellschaft zu beteiligen. Ein Schritt auf diesem Weg war eine Initiativbewerbung an die Europa-Union. Daraus geworden ist dann ein Platz auf der Vorschlagsliste des Vorstandes für den Hauptausschuss. Schließlich ist man (noch) strikt nach klassischem deutschen Vereinsrecht strukturiert.

Vorweg: die (geheime) Wahl zum Hauptausschuss hatte ein denkwürdiges Ergebnis. Der Hauptausschuss wurde ganz schön neu durchgemischt. Ebenso denkwürdig war der gewählte Ort, denn man wählte diesmal die Kursana Residenz in Niendorf. Immerhin habe ich so nach vielen Jahren Hamburg etwas Neues kennengelernt. Nein, nicht den Ort, sondern einen älteren Herren, welcher ein Gehwägelchen (aka Rollator) vor sich herschob und eine intensive Wolke THC-geschwängerter Luft hinter sich herzog.

Wie kommt man aber auf die Idee, sich für aktive Arbeit in der Europa-Union einzubringen?

“Europa ist Heimat und Zukunft.”

Es mag an meinem Geburtsort liegen (Im Dreiländereck zu Holland und Belgien im äußersten Westen Deutschlands), vielleicht auch an der Tatsache, dass meine Mutter vor über zwanzig Jahren selber aktiv in der Europa-Union war – und dies nicht nur als passives Mitglied.

Vor Allem liegt es an meiner eigenen Überzeugung, dass die Zukunft Europas in einer Art Vereinigte Staaten von Europa liegt. Ohne Grenzen. Ohne Nationalismus. Aber gerne mit einer gewissen kulturellen, regionalen Attitüde.

Ich bin der Meinung, dass Grenzen und Nationen nur künstliche Gebilde sind, die es abzuschaffen gilt. Diese Auffassung sollte kein Hinderungsgrund sein, sich noch stärker für Europa einzusetzen. In Zeiten einer fast schon erklärungsbedürftigen Europäischen Union, fragwürdigen politischen Konsens-Entscheidungen und erstarkendem Nationalismus, zuzüglich Ländern, die aus der EU austreten wollen, gilt um so mehr: Europa ist mehr, als die Europäische Union.

Das gemeinsame Europa stoppt auch nicht vor Norwegen und einem Solisten aus Britannien. Norwegen funktioniert gut und sollte Großbritannien wirklich nicht in letzter Sekunde doch noch in der EU verweilen wollen, so ist das zwar ein zunächst ungünstiges Signal, die Welt wird aber dennoch nicht untergehen. Etwas Pragmatismus ist manchmal ganz hilfreich auf dem Weg zur Europäischen Republik und vor dem Hintergrund neu zu denkender Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle. Denn dies wird die nächste Herausforderung sein im Kontext einer umfassenden Digitalisierung.

Europa als gemeinsames Bündnis ist eine verflucht geile Idee. Mein Ansatz dabei: Wir sollten uns zuallererst als Menschen begreifen. Gerne als Europäer, die zusammenstehen, gemeinsam für eine bessere Zukunft und für ein tolerantes, weltoffenes, geeintes und innovatives Europa streiten. Die Grenzen in den Köpfen sollen aktiv abgebaut werden und Bewegungen wie Friday for Future und Extinction Rebellion als Chance begriffen werden.

Am 19.09.2019 wurde ich auf der Mitgliederversammlung ohne Gegenstimme bei sechs Enthaltungen und 14 Ja-Stimmen in den Hauptausschuss gewählt. Ich freue mich auf die Herausforderungen und die Umsetzung von bereits begonnener innovativer Ideen für eine Modernisierung der Europa-Union Hamburg.

Begreifen wir Europa als Chance. Als Korrektiv in einer schneller werdenden Welt mit neuen Hegemonien.

Andreas Achtziger